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Nachruf auf
Silvia Sommer (1944 – 2026)

Silvia Sommer
* 9. April 1944   † 30. Juni 2026

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Silvia Sommer: »Flute Sonatina: I. Lebhaft« |
Ana Ioana Oltean | Simon Bucher
* 9. April 1944 
† 30. Juni 2026

Mit tiefer Anteilnahme haben wir Abschied von Silvia Sommer genommen, die der Musikwelt bereits seit ihrer frühen Jugend als Komponistin angehörte. Sie ist am 30. Juni 2026 verstorben.

Silvia Sommer wurde am 9. April 1944 in Wien geboren. Sie stammte aus einer Familie mit tiefer Verbindung zur Musik: Ihre Mutter war Klavierpädagogin, ihr Großvater Militärkapellmeister und Leiter eines Jazz-Orchesters. So war ihr der Weg zur Musik gewissermaßen in die Wiege gelegt – ein Erbe, das sie später an ihre eigene Tochter weitergab, die ebenfalls den Weg in die Musik einschlug. Bereits mit acht Jahren erhielt Silvia Sommer Klavierunterricht an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien und schon mit elf Jahren entstand ihre erste eigene Klavierkomposition. Ab 1959 kamen Studien der Harmonielehre, Kontrapunkt und Komposition hinzu, 1967/68 folgten Internationale Sommerkurse für Klavier in Belgien, sowie einige Jahre später ein Lehrgang für Elektroakustik. 1970 legte sie die Diplomprüfung für Klavier ab und erhielt im selben Jahr einen Musik-Förderungspreis der Stadt Wien.

Von 1960 bis 1996 lebte sie als freischaffende Komponistin, verwirklichte zahlreiche Auftragswerke und trat als Interpretin ihrer eigenen Kompositionen in vielen Ländern Europas auf, wie Spanien. Auch in Österreich gewann sie durch u.a. einen weiteren Förderungspreis des Landes Niederösterreich 1982 und dem ersten Platz beim Kompositionswettbewerb der Franz Josef Reinl-Stiftung 1994 gebührende Anerkennung. Im selben Jahr gewann sie  auch der 1. Preis beim Internationalen Kompositionswettbewerb für Streichorchester zu Ehren von Ernest Bloch in Lugano (Schweiz).

Ab 1989 rückte zunehmend Musik für Fernsehen und Film in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Ab 2005 lebte sie in Waldkirchen an der Thaya (Niederösterreich), wo sie ein eigenes Aufnahme- und Tonstudio führte.

Ihr Schaffen zeichnet sich durch große Bandbreite aus: Chor-, Orchester- und Kammermusik, Unterhaltungs-, Background- und Filmmusik, Lieder und Stücke für Soloinstrumente, darunter über 200 Klavierwerke, weitere Werke für u.a. Flöte und Orgel, und dazu noch Unterrichtsliteratur. Kompositionsaufträge entstanden unter anderem für NöArt (Niederösterreichische Gesellschaft für Kunst und Kultur), das Bläserensemble des Niederösterreichischen Tonkünstlerorchesters, das 1. Frauen-Kammerorchester von Österreich, das Jubal Trio Wien, die Vienna Flautists, das Wiener Boheme Quartett, das Festival „1. Venezolanische Wochen Wien“ sowie die Niederösterreichische Kulturszene St. Pölten.

Einem einzelnen Stil lässt sich ihre Musik nicht zuordnen. Stattdessen hat sie „ernste Musik“ und „Unterhaltungsmusik“ innerhalb ihres Werkverzeichnisses (öfters auch innerhalb ein und desselben Werks) vermischt, meist tonal ausgerichtet, Geschichten erzählt, Stellung bezogen und zugleich Raum für Heiterkeit und Leichtigkeit gelassen.

Mit Silvia Sommer verliert die österreichische Musiklandschaft eine eigenständige und vielseitige Komponistin, deren Lebenswerk uns zukünftig weiter bereichern wird.
Wir denken an sie mit großer Dankbarkeit und Wertschätzung.

Autorin des Artikels: Hannah Egger


Links:
music austria musikdatenbank
SOMMERMUSIC
Österreichisches Musiklexikon Online

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